Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten durch Banken und Behörden

 

Update Stand 30.03.2020

 

Die Landesregierung hat am Wochenende die Kriterien für die Soforthilfe weiter gelockert und die Voraussetzung finanzieller Engpass neu definiert:

 

Ein massiver finanzieller Engpass liegt vor, wenn die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die vorhandenen Mittel umfassen nur den aktuellen Cashflow, also die Differenz von Einnahmen und Ausgaben und nicht Rückstellungen oder private Rücklagen.

 

Also kann ein Antrag auf Soforthilfe nach der neuen Sachlage auch dann gestellt werden, wenn Sie Rücklagen geschaffen haben.

 

Weitere Neuerung:    Anträge können bis zum 31. Mai gestellt werden.

 

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.

 

 

Update Stand 27.03.2020

 

Wie es in den Medien zur Corona-Krise aktuell so schön heißt, haben wir eine „dynamische“ Situation, weswegen sich in den letzten Tagen bereits wieder einige Neuigkeiten ergeben haben.

 

Die aus Steuer- und Finanzsicht wichtigsten Punkte fassen wir kompakt zusammen:

 

 

1           Soforthilfe des Bund und Landes

 

Heute, am 27.03.2020, soll in NRW das Antragsformular für die Soforthilfe online gestellt werden.

 

Eine gute Zusammenstellung zu der Soforthilfe können Sie hier abrufen:

https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020

 

Auf der Seite wird beschrieben, wer antragsberechtigt ist (z. B. kein Nebengewerbe) und auch der Link zum Antragsformular wird hier veröffentlicht.

 

Bitte beachten Sie: 

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden noch Änderungen hinsichtlich der Antragsberechtigten und der zu erfüllenden Voraussetzungen vorgenommen. Diese können sich auch heute noch ändern.

 

Wer stellt den Antrag und wie wird er gestellt?

Der Antrag soll online und ohne „medialen“ Bruch gestellt werden. Dies bedeutet, dass keine Unterschrift, kein Ausdruck und kein Papierversand des Antrags notwendig sind. Für den Antrag benötigen Sie allerdings ein Scan / Foto Ihres Personalausweises.

 

Im Rahmen des Antrags wird an Eides statt versichert, dass man antragsberechtigt ist und das Formular nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt hat.

 

Da wir keine eidesstattliche Erklärung für Sie abgeben können, bitten wir um Verständnis, dass es uns nicht möglich ist, den Antrag für Sie zu stellen.

 

Wir sind aber natürlich für Sie erreichbar und helfen Ihnen gerne mit Informationen und Daten weiter.

 

Wann ist man antragsberechtigt?

Antragsberechtigt ist, wer in Folge der Corona-Krise erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten hat.

 

Dies wird angenommen (eine der nachgenannten Voraussetzungen reicht aus), wenn

-    mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 01.03. durch die Corona-Krise weggefallen sind

oder

-    sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 %, verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr, ergibt

oder

-    der Umsatz durch eine behördliche Auflage im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie massiv eingeschränkt wurde

oder

-    die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bsp. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass).

 

Der Antragsteller muss versichern, dass der Finanzierungsengpass nicht bereits vor dem 01.03. bestanden hat.

 

Der Antragsteller muss zusätzlich erklären, dass sich das Unternehmen zum Stichtag 31.12.2019 nicht um ein "Unternehmen in Schwierigkeiten" handelte (dieser Punkt ist nur relevant für Unternehmen, die noch keine drei Jahre bestehen).

 

Wichtig:     

Nach derzeitigem Rechtsverständnis kann ein Antrag nur dann gestellt werden, wenn keine ausreichende Liquidität vorhanden ist.

 

Bis wann kann der Antrag gestellt werden?

Der Antrag kann bis zum 30.04.2020 gestellt werden. Laut Auskunft des Landes NRW reichen die Mittel für alle Antragssteller aus.

 

Welche Informationen werden für die Antragstellung benötigt?

-    amtliches Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass, usw.)

-    Handelsregisternummer sowie das zugehörige Amtsgericht

-    Steuernummer des Unternehmens und Steuer-ID eines der Eigentümer

-    Adresse des Unternehmens, sofern diese von der Privatadresse abweicht

-    Bankverbindung (IBAN und Kreditinstitut) des Firmenkontos

-    Art der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit

-    Anzahl der Beschäftigten (siehe https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020)

 

Übrigens:    

Die Soforthilfe ist voll ertragsteuerpflichtig, wird also bei Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer als Einnahme berücksichtigt.

 

 

2           Steuer- und Sozialversicherungszahlungen

 

Stundung von Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen

Neben den Steuerzahlungen können jetzt auch die Sozialversicherungsbeiträge für die Angestellten gestundet werden. Nach unseren ersten Erfahrungen werden die Stundungen meist unkompliziert genehmigt.

 

Spezialfall Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer ist die Vorgehensweise bei den Steuervorauszahlungen je nach Gemeinde unterschiedlich.

 

Die Stadt Bergisch Gladbach hat von sich aus die Steuervorauszahlungen für das 2. Quartal ausgesetzt, so dass hier kein Stundungsantrag zu stellen ist. Bei anderen Städten und Gemeinden sind die Stundungsanträge weitestgehend genehmigt worden. Teilweise werden jedoch sehr strenge Voraussetzungen zugrunde gelegt. Für alle Städte und Gemeinden bindend ist jedoch ein Herabsetzungsantrag, der über das Finanzamt gestellt wird. Dieser kann jederzeit gestellt werden.

 

 

3           Betriebsmittel- und Investitionskredite

 

Die Voraussetzungen für die KfW- bzw. Landeskredite wurden weiter konkretisiert. Hier kann Ihnen Ihre Hausbank weiterhelfen. Kredite mit einem Volumen von bis zu 3 Millionen Euro werden durch die Hausbank geprüft und genehmigt. Erst bei darüber hinausgehenden Beträgen prüft die KfW-Bank. Die Zinssätze sind variabel und hängen von der eigenen Bonität ab. Aufgrund der Haftungsfreistellung von 80 % bzw. 90 % sind die Zinssätze jedoch sehr niedrig.

 

Finanziert werden ausschließlich Investitionsvorhaben oder Liquiditätslücken. Die Liquiditätslücke muss aufgrund der Corona-Krise entstanden sein. Außerdem muss es sich um ein Unternehmen handeln, das vor Corona wirtschaftlich „gesund“ war.

 

Im Rahmen des Antrags müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

-    BWA und Summen- und Saldenliste 2019

-    ggf. Jahresabschluss 2019

-    aktuelle BWA und Summen- und Saldenliste

-    Liquiditätsberechnung für die kommenden Monate

-    Liquiditätsberechnung / Rentabilitätsvorschau für 2021

-    Credit Reform Auskunft

-    Darstellung, welche Maßnahmen zur Kostenreduzierung ergriffen wurden

 

Gerne helfen wir Ihnen mit der Zusammenstellung der Unterlagen.

 

 

Für Ihre Fragen ist unser gesamtes Team per E-Mail oder per Telefon erreichbar. Wir unterstützen Sie gerne in dieser schwierigen Zeit. 

 

Auch an diesem Wochenende sind wir für Sie da. Sollten Sie Hilfe bei der Beantragung der Soforthilfe benötigen, melden Sie sich einfach per E-Mail bei Ihrem zuständigen Mitarbeiter.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Ihr Team vom D+H Beraterhaus

 

 

 

Stand 20.03.2020

 

Die Corona-Krise ist allgegenwärtig und hat für die meisten von uns, neben den persönlichen Einschränkungen, auch finanzielle Auswirkungen. Aus diesem Grund geben wir Ihnen nachfolgend erste Informationen zu staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastungen.

 

1.    Anpassung der laufenden Steuervorauszahlungen

 

Einkommensteuer- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen

Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer stellen.


Bereits geleistete Vorauszahlungen zum 10.03.2020 würden damit erstattet.

 

Gewerbesteuervorauszahlung

Wir empfehlen die Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags zu beantragen.

 

Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 1/11

Es besteht die Möglichkeit, die Herabsetzung der geleisteten Sondervorauszahlung auf 0 € zu beantragen. Diese würde dann vollständig an Sie erstattet. Die Dauerfristverlängerung bleibt unabhängig davon bestehen, so dass sich insoweit für Sie nichts ändert.

 

2.    Steuerstundungsmöglichkeiten und weitere Maßnahmen der Finanzverwaltung

 

Steuerstundung

Steuerzahlungen können vollständig oder teilweise bis zu drei Monate gestundet werden. Ob die Stundungsmöglichkeit auch für die Gewerbesteuer gilt, ist allerdings aktuell nicht geklärt.

 

Säumniszuschläge und Vollstreckungsmaßnahmen durch das Finanzamt

Die Finanzverwaltung will auf Säumniszuschläge und Vollstreckungsmaßnahmen bei vom Coronavirus betroffenen Unternehmen bis Ende des Jahres verzichten.

 

3.    Kurzarbeitergeld

 

Bei einem unvermeidbaren und erheblichen Arbeitsausfall kann unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeitergeld für bis zu 12  Monate beantragt werden. Dafür müssen unter anderem 10% („Vor Corona“ 33%) der Beschäftigten betroffen sein und ein Entgeltausfall von über 10% des Bruttolohns entstehen.

 

Zusätzlich werden jetzt auch die Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Für nähere Infos

empfehlen wir Ihnen die folgende Seite:
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-bei-entgeltausfall.

 

Hier können Sie das Kurzarbeiterentgelt online beantragen. Weitere Fragen beantwortet auch die Arbeitsagentur unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 555520.   

 

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60% des Nettolohns. Sofern mindestens ein Kind im Haushalt des Betroffenen lebt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67% des Nettolohns.

 

4.    Kreditmöglichkeiten


Durch die „KFW“ werden weitrechende Sicherheiten und Finanzierungsmöglichkeiten gewährt. Sie können ab dem 23.03.2020 bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren.

 

Fragen dazu beantwortet die KFW unter der Nummer 0800/539 9001.

 

Die Banken werden neben den Jahresabschlüssen und der aktuellen BWA eine kurze Liquiditätsplanung/Herleitung des aktuellen Liquiditätsbedarfs (für 1 Jahr) und eine kurze Rentabilitätsplanung für 2020 (einschließlich Krisenauswirkung) und 2021 verlangen.

 

Gerne stellen wir Ihnen die für die Antragsstellung notwendigen Unterlagen schnell zusammen. Sprechen Sie uns gerne an.

 

Zusätzlich gibt es umfangreiche Hilfsmaßnahmen der Landesbürgschaftsbank, unter anderem Expressbürgschaften in Höhe von bis zu 250.000,00 €. Diese sollen innerhalb von drei Tagen ausgezahlt werden.

 

5.    Insolvenzantragspflicht

 

Um zu vermeiden, dass betroffene Unternehmen allein deshalb einen Insolvenzantrag stellen müssen, weil Liquiditätshilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen, soll die reguläre dreiwöchige Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 ausgesetzt werden. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereitet eine entsprechende gesetzliche Regelung vor, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten.

  

6.    Hinweis wegen möglicher strafrechtlicher Folgen

 

Bitte beachten Sie, dass einem die vorgenannten Erleichterungen nur zustehen, soweit man tatsächlich von der „Corona-Epidemie“ betroffen ist. Sofern man die Vorteile zu Unrecht erlangt, können die Vorteile durch das Finanzamt zurückgefordert werden (z.B. Säumniszuschläge, Stundungszinsen). Zudem bestehen strafrechtliche Sanktionsmöglichkeiten nach §§370 und 378 Abgabenordnung.

 

 

Sobald es Neuerungen gibt, werden wir Sie informieren. Bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

 

Für die nächsten Tage und Wochen wünschen wir Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund!

 

Ihr Team vom D+H Beraterhaus